Warum Sanitätsrat Marquardt so beliebt war…
Im Gegensatz zu den anderen „Herrenleuten“ (sog. „Häennsche“) gab es zwischen Dr. August Marquardt und dem einfachen Volk keine ähnlich große Distanz. Obwohl Ostpreuße und zugleich hochgebildet, war er gleichermaßen respektiert und dazu äußerst beliebt.
Der Sanitätsrat kannte von seiner Seite aus ohnehin keinerlei Berührungsängste und war deswegen überall mehr als willkommen. Zudem hatte er nicht nur Gespür für die körperlichen und seelischen Nöte der Menschen, sondern auch für ihre sozialen. Mit anderen Worten „nahm“ er von denen, die es sich leisten konnten, und behandelte die Armen dafür kostenlos.
Traf man ihn beispielsweise unterwegs, und sei es irgendwo mitten auf der Landstraße, bekam man auf der Stelle seine Beratung und gegebenenfalls ein Rezept ausgestellt, wenn er nicht gerade wegen eines Patienten in Eile war. Darüber hinaus würdigten die Leute, dass er sich nicht scheute, sich notfalls durch Regen, Hagel oder Schneewehen zu seinen Schützlingen durchzukämpfen. Es sprach sich herum, dass er bei Sterbenden oft stundenlang am Bett wachte und ihre Hände hielt oder nächtelang werdende Mütter betreute. Das alles machte ihn beim Volk im Laufe der Zeit zu einem der ihren.
Es kam hinzu, dass er wahrscheinlich von vorneherein für seinen Beruf sehr talentiert gewesen sein musste. Mit starker Persönlichkeit und viel Empathie ausgestattet, wird er vermutlich auch ein guter Diagnostiker gewesen sein. Seine Erfahrung tat ihr Übriges. Was er sagte, das war „Gesetz“. Die Leute glaubten an ihn und vertrauten ihm. Sie „wussten“, wenn einer helfen konnte, dann er. All das zusammengenommen erklärt letztendlich wohl seinen enormen Erfolg als Arzt – und machte seinen Ruf beinahe legendär.
(Quelle: Ferdinand Klitsch, „Aus dem Leben …“, FZ v. 11.04.1970, Museumsarchiv Großenlüder.)
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