„Sängerkrieg“ in Uffhausen mit Konsequenzen


„Sängerkrieg“ in Uffhausen mit Konsequenzen

Mit dem sog. „Sängerkrieg“ hatte die über hundertjährige Geschichte des Männergesangvereins Uffhausen schon wenige Jahre nach dessen Gründung einen Höhepunkt der besonderen Art. Im Jahr 1924 stand nämlich die Ausrichtung des Sängerfestes für den Bezirk „Lüdertal“ an, zudem sich die Vereine aus Uffhausen, Hainzell, Kleinlüder, Müs und Großenlüder gerade erst zusammengeschlossen hatten.
Per Los war die Ausrichtung auf den Chor Uffhausen gefallen. Angesichts der wirtschaftlichen Lage war diese Aufgabe für den noch jungen MGV ein riskantes Unternehmen. Gleichwohl wollte man es angehen. Wochenlang wurde der Festplatz auf der Lüderinsel von „Möllheinesch Hannähr“ vorbereitet.
An einem Sonntag im Juni konnte das „Bezirks-Sängerfest 1924“ endlich beginnen. – Schon am frühen Sonntagvormittag fand im Festzelt das Wertungssingen statt, von gestrengen und unbestechlichen Richtern nach Punkten bewertet. Am frühen Nachmittag zog der große, gut gelungene Festzug bei schönstem Sommerwetter durch die verwinkelten Dorfstraßen. Nicht umsonst hatte das ganze Dorf mitgeholfen, ihn groß und würdig zu gestalten. Anschließend strömten die Besucher zum Festplatz. Dort entwickelte sich bald ein buntes Treiben. Es wurde gesungen, getrunken, getanzt und gelacht.
Nach der großen Festrede folgte die Bekanntgabe der Wertungsergebnisse wonach Großenlüder mit minimalem Vorsprung gewonnen hatte. Der so geschlagene Verein fühlte sich jedoch ungerecht beurteilt und benachteiligt. Es kam zu hitzigen Wortgefechten, und die „Geister des Alkohols“ taten ihr Übriges. Im Handumdrehen war eine handfeste Massenschlägerei im Gange. Selbst Regenschirme und Spazierstöcke kamen zum Einsatz. Eine ganze Zeit wogte das „heiße Kampfgetümmel“ hin und her, bis die unterlegene Partei das Schlachtfeld räumen musste. Danach nahm das Fest nunmehr seinen ungestörten Verlauf … Eine Konsequenz zog der Vorfall indes doch nach sich: Die Wertungsergebnisse sollten den Vereinen zukünftig stets erst eine Woche später bekanntgegeben werden.
(Quelle: Ferdinand Klitsch, „Sängerkrieg in Uffhausen“, 31.7.1969, Museumsarchiv Großenlüder.)

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