Rund um die Kirche in Lütterz
„Dee Paadeschsopp“
Das kleine Lütterz konnte seit dem Neubau in 1930er Jahren stolz sein auf seine Kirche. Wollte man hier aber den sonntäglichen Gottesdienst feiern und sich den Fußweg zur Messe in einer der Nachbargemeinden ersparen, brauchte man gute Beziehungen zum Generalvikariat bzw. zum Kloster Frauenberg. Es wurde ja schließlich ein Priester gebraucht. Zum Glück konnte man sich meist auf die Patres verlassen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es mit einer Zusage nicht getan war. Der Pater musste geholt und wieder zurückgefahren werden. Zudem galt es, ihn mit einem stattlichen Mittagsmahl zu versorgen. Diese Pflicht wurde deshalb von allen geschultert und somit von Haus zu Haus weitergegeben. Selbstverständlich wurden die Ordensgeistlichen aufs Beste versorgt. Als Suppe gab es dabei in den meisten Haushalten eine hervorragende Fleischbrühe mit Markklößchen. Das hatte sich am Frauenberg bald herumgesprochen – und nicht nur das, man hatte ihr dort sogar einen Namen gegeben. Wie ein Pater bald verriet, hieß sie im Kloster nur „Paadeschsopp“ (Patres-Suppe).
„Dee Bichtzedel“
In früheren Jahren, insbesondere vor dem II. Vatikanischen Konzil, war das Leben der Katholiken noch viel strenger geregelt als heute. Damals war es – nicht nur in Lütterz – selbstverständlich, dass man z. B. seine österlichen Pflichten erfüllte, indem man von Ostern bis Pfingsten die Gottesdienste besuchte und zur Kommunion ging. Letzteres wurde über Heiligenbildchen, die an der Kommunionbank ausgeteilt wurden, kontrolliert. Sie waren mit Abschnitten versehen, die in den Familien gesammelt und im Pfarrhaus abgegeben wurden. Aber damit nicht genug: Wer zur Kommunion gehen wollte, musste vorher zur Beichte gegangen sein (Stichwort „Beichtspiegel“), was wiederum durch den Beichtzettel nachzuweisen war. Zudem mussten für jeden dieser Beichtzettel im Pfarrhaus ein Ei oder 10 Pfennige abgegeben werden.
(Quelle: Willy Döppner, „Dee Paadeschsopp“ und „Der Beichtzettel“ in: L. Uebelacker, „Lütterz: Dorfchronik und Heimatbuch“ , S. 201)
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