„Machs doch bee dee Killes Moaree!“
– Nach den Erinnerungen von Sylvia Barth, geb. Gagelmann –
Weil sie von ihrer Art her temperamentvoll war und sich bei manchen Begebenheiten sehr aufregen konnte, bekam Sylvia von einer Freundin regelmäßig den Rat: „Machs doch bee dee Killes Moaree!“ Sie kannten „Moaree“ beide nämlich aus der heutigen Mozartstraße, in der Sylvia ihre Kindheit verbracht hatte…
Und tatsächlich hatte „Killes Moaree“ sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Wie sie mit Krisensituationen umging, zeigt folgende Anekdote: „Moaree“ hielt sich eine ansehnliche Hühnerschar, deren Auslauf – wie das in der Nachkriegszeit häufig der Fall war – durch nichts begrenzt wurde. So passierte es des Öfteren, dass das Federvieh das Grundstück verließ und sich den auf der oberen Seite der heutigen Mozartstraße befindlichen Acker vornahm, um dort seinem Wesen entsprechend scharrend und pickend nach Nahrung zu suchen. Sobald das der Besitzer des Ackers, „es Franz-Joepsee“ aus der Bahnhofstraße, merkte, versuchte er, mit einer „Geischel“ bewehrt, die Hühnerschar wieder zurückzutreiben, was ihm aber meist nur mit mäßigem Erfolg gelang. Also rief er die Hühnerbesitzerin herbei und warf ihr vor: „Dinne Hinner senn scho widder uf mim Laand.“ Wie es ihre Art war, blieb „Moaree“ jedoch ganz ruhig und erklärte ihm die Lage aus ihrer Sicht: „Ich weiß jo, aewer dee bleede Hinner hons doch soo schee baei ons, vill Platz henge nob un rondrem. Nä, ich verstens net, ich konn gemach, bos ich well, se mon eifach zo dir uf din Acker.“ Damit war für sie ihre Pflicht getan. Es gab keinen Grund zur Aufregung. Den Kopf schüttelnd ging sie langsam davon und ließ „es Franz-Joepsee“ unverrichteter Dinge stehen…
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