Folgenschwerer Unfall an der Lüderbrücke


Die Amerikaner in Großenlüder: ‚Folgenschwerer Unfall an der Lüderbrücke‘

In den Aufzeichnungen Emil Leisters (1905 – 1989) „Über das bäuerliche Berufsleben in Großenlüder“ findet sich auf Seite 12 folgende ‚Begegnung‘ mit der amerikanischen Besatzungsmacht, die sich kurz nach Kriegsende ereignete:
„In diesem Zusammenhang will ich ein mir nie vergeßliches Geschehen erwähnen. Kurze Zeit nach Kriegsende 1945 befuhr mein Vater mit dem Pferdegespann die Straße des Ortsausganges Großenlüder in Richtung Bimbach, um im Finkenberg eine Fuhre Sand zu holen. Auf der Lüderbrücke, diese hatte damals noch nicht die Fahrspurbreite von heute, überholte ein amerikanisches Wehrmachtsfahrzeug mit Anhänger das Gefährt. Dabei rammte der Anhänger das Gespann mit solcher Wucht, daß die beiden Pferde über die Brüstung der Brücke in die Tiefe stürzten. Sie mußten dort erschossen werden. Eines dieser Pferde war zu dieser Zeit tragend. Es ist kaum vorstellbar, daß mein Vater, der auf dem Wagen saß, dabei unversehrt blieb, der Wagen blieb auf der Brücke stehen. Der Fahrer des amerikanischen Fahrzeugs fuhr unbekümmert weiter. Unter diesen Umständen in einem leeren Pferdestall vor zerrissenem Pferdegeschirr zu stehen, war ein schmerzliches Empfinden. Es war zu dieser Zeit schwer, neue Pferde zu beschaffen. Nur durch Beziehungen und im Tauschhandel war es möglich. Die gezahlte Entschädigung für beide Pferde waren ganze 480 DM. …“

Großenlüder in Vergangenheit und Gegenwart
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