Ein Staudamm für Müs
In den 1960er Jahren beabsichtigte die hessische Landesregierung eine ganze Reihe von Staudämmen in Hessen zu bauen. Das gesamte Staudammprojekt der Regierung wurde jedoch vorzeitig eingestellt – offiziell aus ökologischen Gründen. Der letzte Staudamm bzw. das letzte Rückhaltebecken dieser Serie wurde übrigens bei Marbach an der Haune (Haune-Stausee, heute Naherholungsgebiet) verwirklicht.
Was viele Menschen aber wahrscheinlich vergessen haben, ist die Tatsache, dass eines dieser geplanten Vorhaben für Müs vorgesehen war. Wegen oft vorkommender Überschwemmungen (z. B. durch die Schneeschmelze im Vogelsberg) sollte die Altefeld reguliert werden, u. a. um die Kuranlagen in Bad Salzschlirf vor Hochwasser zu schützen. Die Pläne sahen vor, dass eine Staumauer von beachtlicher Höhe in Richtung Stockhausen errichtet werden sollte – also westlich des Ortes, etwa da, wo der Autalweg von der Stockhäuser Straße (K 112) rechts abzweigt.
Der Stausee hätte sich am Ende bis hinter die beiden Höfe „Niedendorf“ erstrecken sollen und man wäre gezwungen gewesen, die Stockhäuser Straße höher zu legen.
Die Einwohner von Müs sollen dem Projekt damals durchaus positiv gegenübergestanden haben, wenngleich aber eher passiv. Mit anderen Worten, niemand hat sich wirklich aktiv für das Bauvorhaben eingesetzt. Will man der Gerüchteküche von damals Glauben schenken,
soll es aber durchaus erste spekulationsbedingte Grundstückskäufe („Haus am See“) gegeben haben…
Wer noch über weitergehende Informationen über das Müser Stausee-Projekt verfügt, sollte sich unbedingt mit der Redaktion des „Dorfgedächtnisses“ in Verbindung setzen.
(Quelle: Helmut Gerg, „Müs am See“, Nachlass H. Gerg, Archiv Heimatmuseum Großenlüder.)
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