Eichenauer Rebell bietet dem Adel die Stirn


Eichenauer Rebell bietet dem Adel die Stirn

Im Jahr 1509 entbrannte – urkundlich bestätigt – ein Streit um ein Wiesengrundstück in Eichenau. Der fürstäbtliche Zentgraf von Großenlüder, Wigand von Lüder, erhob plötzlich Anspruch auf den besagten Wiesenflecken, der sich bis dahin rechtmäßig im Besitz von Peter Glitsch befunden hatte. Weil der Eichenauer nicht nachgeben wollte und gegenüber den hohen Herren keine Chance auf eine gütliche Einigung zu seinen Gunsten sah, erklärte er dem Fürstabt von Fulda und dessen Zentgraf kurzerhand „förmlich“ den Krieg. Den Fehdebrief brachte er an einem Bildstock in der Nähe des Dorfes an. Kurz darauf brannten zwei Scheunen auf den adeligen Besitzungen des Dorfes. Damit nicht genug, auch in Lanzenhain und Salzschlirf gingen domkapitularische Höfe in Flammen auf. Zudem wurden 22 herrschaftliche Pferde in Lüder und Eichenau geraubt.
Schutz fanden Glitsch und seine Helfer übrigens jederzeit auf den Ländereien der mit den Fuldaer Äbten verfeindeten Herren von Riedesel. Im Notfall war es bis zu ihnen, also bis nach Landenhausen, Angersbach oder Eisenbach, wirklich nicht weit. Nachdem sie aber wieder einmal Pferde erbeutet hatten – dieses Mal im Kloster Blankenau – wurde Glitsch wenig später zusammen mit seinem Freund Gerlach Ruwidell von den Fuldischen aufgegriffen. Jeder rechnete nun damit, dass er in Kürze am Galgenberg in Großenlüder enden würde. Allein – die ihm zur Last gelegten Anschläge und Überfälle konnten ihm nicht nachgewiesen werden. Jedenfalls kam er bald wieder frei und blieb obendrein im Besitz des umstrittenen Wiesengrundes. Es bleibt also anzunehmen, dass er tatsächlich im Recht gewesen sein musste. Sein Widerstand und sein Mut hatten sich also doch bezahlt gemacht…
(Quelle: E. Schick: „Peter Glitsch, der Michael Kohlhaas von Eichenau“ in: Eichenauer Heimatbuch, S. 25f und 106.)

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