Dreiste „Erntehelfer“ im Pfarrgarten
Über viele Jahrzehnte hinweg, insbesondere unter der Regie von Pfarrer Hillenbrand bzw. Pfarrer Ruez, baute man im Pfarrgarten erfolgreich sein eigenes Gemüse an. Selbstversorgung gehörte damals einfach dazu, war sicher z. T. aber auch der Not geschuldet. Dass man im Pfarrhaus gewissermaßen einen „grünen Daumen“ hatte, sprach sich natürlich allmählich in der Gemeinde herum und das weckte anscheinend Begehrlichkeiten. Dass man den Pfarrer vielleicht einfach ärgern oder ihm einen Streich spielen wollte, ist selbstverständlich genau so wenig auszuschließen. Aus heutiger Sicht lässt sich das nicht mehr nachvollziehen. Jedenfalls passierte während der Erntezeit Folgendes:
Die Haushälterin kam eines Tages ins Pfarrhaus gestürzt und lamentierte: „Herr Pfarrer, Herr Pfarrer, das müssen Sie sich anschauen! Unsere schönen Kohlköpfe sind geklaut worden!“ Und tatsächlich hatten nächtliche Diebe etwa die Hälfte des pfarramtlichen Weißkohls entwendet. Dafür stand aber ein Schild mitten im Beet – mit der Aufschrift „Wer auf Gott vertraut, der braucht kein Kraut.“ So eine Frechheit, dachte der Pfarrer, aber wenigstens Humor scheinen sie zu haben. Einem inneren Impuls folgend, holte er einen Stift und schrieb unter den Text der Gauner: „Gott sieht alles.“ Natürlich glaubte er dabei nicht, dass die Halunken das jemals lesen würden. Trotzdem fühlte er sich nachher irgendwie besser, konnte er es ihnen ja schließlich auf andere Weise nicht heimzahlen.
Der nächste Morgen indes brachte nicht nur eine neue negative Überraschung, sondern auch eine weitere Botschaft. Das Beet war leergeräumt, der Rest des Weißkrauts war jetzt ebenfalls geklaut und auf dem Schild hatte jemand hinzugefügt: „Aber er verrät nichts.“
Großenlüder in Vergangenheit und Gegenwart
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