Dorfgedächtnis, Wie der Schrankenwärter zu seinem neuen Spitznamen kam

202144 Teil 52, Schrankenwärter B

Wie der Schrankenwärter zu seinem neuen Spitznamen kam

Eigentlich war Karl Brähler, der bis 1959 den Schrankenwärterdienst am ‚Eichenauer Berg‘ versah, im Dorf nur unter dem Namen „de Eichedebäerer“ bekannt. – Wir berichteten über ihn schon in einer früheren Ausgabe. – Gerne soll er sich auch ab und zu in Großenlüderer Kneipen, nicht zuletzt in der „Hölle“ („Scholbäckesch“) aufgehalten haben. Ob das Gerücht, dass das eine oder andere Mal alkoholbedingt die Schranken oben blieben, wenn ein Zug kam, eine wahre Grundlage hatte, sei dahingestellt. Jedenfalls kam es, wie es kommen sollte:

Eines Tages hatte er wirklich einmal die Schranken vergessen. Ein Bauer, der mit seinem Gespann gerade unterwegs war, um Mist auszufahren, schaffte es nicht mehr rechtzeitig, die Gleise zu überqueren. Der Zug erfasste den hinteren Teil des Wagens und schleuderte ihn aus dem Weg. Gott sei Dank kamen weder Menschen noch Tiere zu Schaden. Einzig der Wagen hatte dem Aufprall des Zuges nicht standhalten können – und der Mist war Augenzeugen zufolge im hohen Bogen rund um die Unfallstelle verteilt worden.
Seitdem hieß „de Eichedebäerer“ in den einschlägigen Kneipen der Gemeinde nur noch „de Miststreuer“. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

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Repro: Hubert Brähler

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