Dorfgedächtnis, „Es Kremesch Koarle“

202143 Teil 51, Kremesch Koerle B2

Dorforiginale und die Fremdsprachen
– Kindheitserinnerungen von Günther Otterbein –

Erzählungen zufolge soll sich folgende Anekdote Ende der 50er Jahre in unserer Gemeinde abgespielt haben:
„Es Kremesch Koarle“ wohnte damals im Schwesternhaus und war für seine kleine Gestalt, seine hohe Stimme und seine eher bescheidene Bildung im Dorf bekannt. Als „es Koarle“ eines Tages in der Apotheke Medikamente holen wollte, wurde es von Helmut Ipsen persönlich bedient. Der Apotheker bedankte sich nach Abwicklung des Kaufes mit „Merci“ und die beiden verabschiedeten sich. „Es Koarle“ indes machte sich nachdenklich auf den Weg, denn das fremde Wort „Merci“ hatte es vorher noch nie gehört und wusste auch nicht, was es bedeutete.

Nicht weit von der Apotheke lief ihm „Meldecke Dunn“ über den Weg und „es Koarle“ fragte ihn, was der Apotheker damit wohl gemeint haben könnte. „Meldecke Dunn“, von dem jeder wusste, dass er den Schalk im Nacken hatte, erklärte ihm: „Koarle, dos heißt so vill bee ‚Du konnst mich emo om Oarsch geleck‘.“ – „Ne, dos gitts jo net!“ – „Bann ich ders soan.“ Äußerst erregt stürzte „es Koarle“ darauf hin wieder zur Apotheke zurück, riss die Tür auf und schrie den verblüfften Apotheker an: „Du merci, di Frau merci, dinne Keng merci, de ganz Abbedek
merci, mach‘s good, merci!“

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Repro: Hubert Brähler

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