Die Katastrophe im Grezzbach-Bunker
Am 27. Dez. 1944 fielen 907 Menschen – darunter 24 aus Großenlüder und Uffhausen – einem schweren Luftangriff zum Opfer. Über 2000 Bomben richteten in Fulda erhebliche Verwüstungen an.
Gegen Abend verbreitete sich die Nachricht, dass der Grezzbach-Bunker, in dem sich vorwiegend Beschäftigte der Firma Mehler während des Angriffes aufgehalten hatten, durch Bombentreffer zum größten Teil verschüttet worden sei. (…) Im Folgenden wird die Schilderung eines Überlebenden wiedergegeben: „Plötzlich (…) erschütterte eine Detonation den Bunker. (…) Da erfolgte der zweite Einschlag. (…) Mit einem Schlage war das Licht erloschen. (…) Unbeschreibliche Szenen spielten sich (…) ab, Männer drangen rücksichtslos vor, gebrauchten Hände und Füße, um sich durchzusetzen, verschiedene zogen Messer, Schlüsselbunde und andere Schlagwerkzeuge und versuchten blindlings um sich schlagend und stechend den Ausgang zu gewinnen, bis von vorn die Botschaft kam, daß auch der vordere Ausgang (…) verschüttet sei. (…) Der Versuch, mit Schaufeln den Weg freizumachen, mußte nach einiger Zeit aufgegeben werden. (…) In der Finsternis herrschte ein Chaos von tobenden, heulenden und betenden Stimmen.
Bis um fünf Uhr nachmittags war es noch möglich, sich zu bewegen. Die Überlebenden krochen auf allen Vieren über Berge von Toten und Bewußtlosen hinweg. Langsam verstopfte sich der Gang. (…) In dieser Not (…) kam den Eingeschlossenen ein (…) Gedanke; wenn man die Bohlen aufbrach, vielleicht konnte man dann durch den überdeckten Wasserlauf in die Freiheit (…) gelangen. (…) Doch auch diese Hoffnung verging. (…).
Auf einmal drangen in das Dahindämmern Klopfzeichen, und nun vernahmen sie deutlich, daß von der Bachrainer Seite (…) sich eine Bergungskolonne näherte (…). Um zwanzig Uhr wankten achtundsechzig Überlebende mit grauen, zerfallenen Gesichtern hinaus in die sternenklare Winternacht (…).“
(Vgl. Egon Huber, „Die Katastrophe …“, Museumsarchiv Großenlüder.)
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