Brunnenvertiefung mit Folgen
– Nach den Aufzeichnungen von Norbert Happ –
In der Großenlüderer Flur 43, früher bekannt als „103“ oder „Entenpütsche“ („Honnertdraei“ oder „Aentepetsch“) befand sich ein schönes Stück Ackerland – leider nur mit einem entscheidenden Makel: Es war zu feucht. Seit Menschengedenken wurde es nämlich von einer Wasserader durchzogen, sodass es regelmäßig versumpfte und für landwirtschaftliche Nutzung quasi unbrauchbar war. Der Besitzer pflanzte deshalb eine Fichtenhecke als Umzäunung um sein Grundstück und erhielt so eine Art Spielwiese, denn die Fichten hatten es bald geschafft, das Gelände auf natürliche Weise trocken zu legen. Im Gegenteil, bald war es dem Eigentümer ob des „Durstes“ der Bäume zu trocken und er beschloss, per Brunnen die Wasserader wieder „anzuzapfen“. Ein Wünschelrutengänger fand schnell die geeignete Stelle und ein Brunnen wurde ausgehoben. Schon nach 1,5 Metern traf man auf Wasser, bis dahin also perfekt. – Der Besitzer hätte allerdings gerne noch etwas tiefer gegraben, wäre da nicht ein riesiger Stein gewesen, der das verhinderte. Deshalb wandte er sich irgendwann an den Sprengmeister des Müser Kalkwerks, der schließlich an einem Samstag im Frühling des Jahres 1975 die Tiefersprengung des Wasserlochs vornehmen sollte. An alles war gedacht, selbst an zwei Personen zur Absicherung der Einsatzstelle. Gewissenhaft wurde die Sprengung vorbereitet und kurz darauf gab es die erwartet laute Detonation, die die Erde in der Umgebung erbeben ließ. Ein erster Blick in den Brunnenschacht ließ indes Schlimmes erahnen. Dem riesigen Stein hatte die Sprengung nichts anhaben können, einzig das Wasser versickerte gurgelnd in der Tiefe und war nach kurzer Zeit – für immer – restlos verschwunden. Hatte doch die gewaltige Erschütterung dem Wasser einen neuen Weg gebahnt. Seitdem konnte der trockene Brunnen seinen Zweck nicht mehr erfüllen. Gelegentlich wurde er allenfalls noch zur Bierkühlung genutzt …
Großenlüder in Vergangenheit und Gegenwart
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